Matthias Schröder wird neuer Higgs-Koordinator der CMS-Kollaboration
8. Juni 2026

Foto: Matthias Schröder
Es gibt erfreuliche Neuigkeiten aus dem Higgs-Bereich des Exzellenzclusters Quantum Universe: Dr. Matthias Schröder vom Fachbereich Physik der Universität Hamburg wird ab September 2026 neuer Koordinator aller Untersuchungen des Higgs-Bosons der internationalen CMS-Kollaboration am europäischen Forschungszentrum CERN. Damit ist er der erste Forschende an einem deutschen Institut, dem diese wichtige Aufgabe anvertraut wird.
Gemeinsam mit Mauro Donega (ETH Zürich) wird er zukünftig alle Studien des Higgs-Teilchens, die innerhalb der CMS-Kollaboration vorgenommen werden, verantworten. ‘Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Gerade die nächsten zwei Jahre werden besonders interessant, weil wir ab Sommer einen neuen, extrem großen Datensatz auswerten können. Mit diesen Daten können wir das Higgs-Teilchen genauer vermessen als jemals zuvor und wichtige Fragen zum Einfluss des Higgs auf die Entwicklung des Universums vom Urknall bis heute angehen. Das wird für alle Teilchenphysiker eine besonders spannende Zeit, freut sich Matthias Schröder.
Das Higgs-Teilchen wurde erstmals 2012 an den Teilchendetektoren ATLAS und CMS am Beschleuniger des Large-Hadron-Colliders (LHC) beobachtet. Seither konnten bereits viele neue Eigenschaften des Higgs-Bosons vermessen werden –Allerdings gibt es noch immer ungeklärte zentrale Fragen, insbesondere in der Verbindung zur Entwicklung des Universums. Weltweit können diese nur an den beiden genannten Detektoren untersucht werden, Nachfolge-Projekte sind erst für die Zeit ab 2045 geplant. Forschende aus dem Hamburger Exzellenzcluster spielen sowohl bei CMS und ATLAS, als auch in der theoretischen Interpretation der Higgs-Daten eine entscheidende Rolle.
Die CMS-Kollaboration vereint mehr als 6300 Forschende aus 526 Instituten in 58 Ländern, die gemeinsam den CMS-Detektor am CERN gebaut haben und nun die Datennahme und -auswertung vornehmen. Dabei wird der Detektor ständig verbessert und ausgebaut. So ist für die Jahre 2026-2029 ein großer Umbau des Detektors vorgesehen, der künftig deutlich genauere Messungen ermöglichen wird. Neben der Suche nach neuen Phänomenen jenseits der Standardtheorie sind vor allem Studien des Higgs-Bosons das Hauptgebiet der CMS-Kollaboration. Aus Deutschland sind fast 500 Forschende unter anderem aus Karlsruhe, Aachen und Hamburg an der CMS-Kollaboration beteiligt.
Matthias Schröder studierte Physik an den Universitäten Hamburg und Uppsala, Schweden und promovierte 2012 am Institut für Experimentalphysik mit einer Suche nach neuen Teilchen. Nach Postdoc-Aufenthalten am DESY und KIT in Karlsruhe ist er seit 2020 als festangestellter Wissenschaftler am Institut für Experimentalphysik in der Arbeitsgruppe von Prof. Johannes Haller tätig. Zu seinen wichtigsten wissenschaftlichen [Errungenschaften] zählt die Beteiligung an der Entdeckung der sogenannten Yukawa-Wechselwirkungen des Higgs-Bosons – eines völlig neuartigen Typs von Kräften in der Natur.

